17. August 2014

Tag 213 + 214 Highway to Koh Phangan

05.03. - 06.03.2014


Mae Sot - Tak - Koh Phangan


Unser letzter längerer Aufenthalt war im Januar in Kodaikanal in Indien. Seither haben wir einige tausend Kilometer zurückgelegt und es ist viel passiert. Um uns und dem Cruiser eine Pause zu gönnen haben wir Koh Phangan ausgesucht. Eine Insel im Süden des Landes im thailändischen Golf. Was uns dort erwartet wissen wir schon, denn wir waren bereits zweimal da und es war großartig. Über 1200 Kilometer trennen uns allerdings noch vom Ziel. In diesem Sinne fällt Vormittags der Startschuss und wir machen uns auf den Weg. Die Bergabfahrt durch das Grenzgebirge ist schnell und macht richtig Laune. Nach einer Kurve sehen wir Christian, den Schweizer Motorradfahrer aus der Myanmargruppe, mitsamt seinem defekten Zweirad auf der Ladefläche eines Pick-Up sitzen. 


Sein Fahrer kennt die Strecke gut und lässt es krachen. Max nimmt die Verfolgung auf und grinst über beide Ohren. Einige Zeit später dringt der, von Bergfahrten, bekannte Geruch überhitzter Bremsen in den Innenraum des Cruisers. Wir ordnen das Problem einem anderen Fahrzeug zu und verfolgen weiter. Die Geruchsintensität steigert sich, ein neues unschönes Geräusch tritt hinzu und in einer der nächsten Kurven meint Max nur kurz: "Du, die Bremswirkung war auch schonmal besser." Natürlich halten wir sofort an und stellen fest, dass der Gestank wohl doch von unserem Auto kam. Die Bremsscheiben sind glühend heiß, rauchen vor sich hin und die Beläge sind runter. Hui! Nach einer Abkühlpause machen wir uns mit Motorbremse gemächlich auf ins Tal um in Tak, dem 40 Kilometer entfernten nächsten größeren Ort, eine Werkstatt aufzusuchen. Die Schrauber im Industriegebiet der Stadt können uns nicht weiter helfen aber zum Glück gibt es in Thailand Toyotaniederlassungen wie Sand am Meer. Der Werkstattmeister und fast alle seine Mechaniker nehmen sich hier unverzüglich unseres Problems an und statten den Cruiser mit neuen Bremsen und frischem Motoröl aus. 


Während sich Max in der Werkstatt rumtreibt darf ich in der Kundenlodge im Internet surfen und bekomme eisgekühlten Orangensaft serviert. Wir sind sehr dankbar für die zuvorkommende und freundliche Behandlung, bezahlen die nicht allzu hohe Rechnung und machen uns nach dreistündiger Verzögerung wieder auf Richtung Süden.
Im Vergleich zu den letzten Monaten rasen wir mit über 100 km/h auf einem zweispurigen tadellosen Highway dahin. Es ist viel los auf der Strasse. Die meisten Autos sind nagelneu und mit rundum getönten Scheiben und diversen beleuchtungs- und soundtechnischen Extras ausgestattet. Die Tuning-Verrücktheit der Thais kommt besonders in der Dunkelheit zum Tragen, denn die Beleuchtung und Beschallung erweckt ab und zu den Eindruck eines fahrenden Volksfestkarusells. Die Überlandreisebusse stehen den PKW und Pick-Ups in keiner Weise nach. Im Gegenteil. Sie sind noch bunter, lauter und schneller. 
Nachts erreichen wir Bangkok, die funkelnde Millionenmetropole und Hauptstadt des Landes. Auf mehreren Ebenen durchziehen Beton-Autobahnen die Stadt und unsere Durchquerung von Nord nach Süd gleicht eher einem Computerspiel-Autorennen als einer realen Fahrt. 

   
Es ist spät geworden und wir sind sicher schon elf Stunden unterwegs. An einer Tankstelle fragen wir das Personal ob wir hier übernachten können und die Mädels meinen nur: "Yes, yes. No problem. Sleep." Das ist schön unkompliziert, wie wir das von Thailand gewöhnt sind. Nachdem wir geparkt haben wiegt uns die Trillerpfeife der Zapfsäuleneinweiserin in den Schlaf. 
Am nächsten Morgen sehen wir erst welch luxuriösen Platz wir gewählt haben. Es gibt einen 24-Stunden-Supermarkt, Geldautomaten, eine Kaffeebar mit Internet, ein Restaurant und ein sauberes stilvolles Toilettenhaus. Zu unserer Tankfüllung bekommen wir wieder zwei Liter Trinkwasser geschenkt, denn dass gehört zum guten Service an südostasiatischen Tankstellen. Trotz des Luxus fahren wir natürlich weiter. Es sind noch etwa 700 Kilometer und wir wollen doch auf die Insel! 
Nachmittags ist es vollbracht. Wir stehen in Don Sak am Ticketschalter für die letzte Fähre des Tages nach Koh Phangan und wir dürfen mit drauf! Unsere Freude ist riesig. Die Abendsonne spiegelt sich im türkisblauen Meer und wir blicken auf kleine palmengesäumte Buchten. Unter diesen Umständen kann man schonmal eineinhalb Stunden auf das Ablegen einer Fähre warten. Kurz nach 18.oo Uhr schippern wir los. 


Auf dem Passagierdeck lernen wir den Engländer Ron und seine Frau Ludmilla kennen. Die beiden sind ein ungleiches aber unheimlich witziges Paar und die Bootsfahrt vergeht wie im Flug. 
Die Fähre legt an und schreiend vor Freude fahren wir den Cruiser runter vom Schiff und rauf auf Koh Phangan! Ein Traum ist soeben wahr geworden! Unglaublich!

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