15. August 2014

Tag 212 - Zurück in die Zukunft

04.03.2014


Hpa An (Myanmar) - Mae Sot (Thailand)


Die Pass-Strasse nach Thailand ist aufgrund ihres Zustandes täglich nur in eine Richtung befahrbar. Heute sind wir an der Reihe in den Grenzort Myawaddy zu gelangen. Nach anfänglichen Navigationsproblemen mit Feldwegausflügen und einer Stadtrundfahrt durch Hpa An geht auch für uns der Pass-Spaß los. Die Regel, nur Verkehr in einer Richtung zu gestatten, macht durchaus Sinn, denn der Weg ist schmal, sehr kurvig, zum Teil unbefestigt, zerbröckelt und ins Tal gestürzt. Zweiräder kommen als Gegenverkehr aber durchaus in Frage. Wir überholen etliche LKW und vollgepackte Autos und es macht richtig Laune. Dieser Pass wird mit Sicherheit in die Liste "Beste Straßen der Reise" aufgenommen! 






Nachmittags um 14.30 Uhr kommen wir nach vier Stunden spannender Fahrt in Myawaddy an und stehen auf der Hauptstrasse vor der Grenze im Verkehrschaos. Die Überwachungseinheit der Regierung ist auch schon da und stellt uns vor die Wahl das Land heute oder morgen zu verlassen. Besonders attraktiv ist die Stadt nicht. Darum beschließen wir die Grenzformalitäten jetzt zu erledigen und einen Tag eher als geplant auszureisen. Helen und Jens tummeln sich einige Meter weiter vor uns im Stau. Wir lassen die Fahrzeuge mitten auf der Straße stehen und begeben uns ins Büro der Einwanderungsbehörde. Hier werden die Pässe und das Carnet gestempelt und natürlich wird von jedem noch ein Abschiedsfoto angefertigt. Dann dürfen wir die Autos durchs Grenztor fahren. Nachdem auch die Landcruiser von allen Seiten abgelichtet sind müssen wir leider unser einlaminiertes Myanmar-Spezialkennzeichen wieder abgeben. Das wäre ein schönes Souvenir gewesen. 


Das Ende der Myanmar-Durchfahrt ist gekommen. (Staatlich kontrollierte) Gruppenreisen sind zwar nicht unser Ding, aber wegen der geselligen Abende und freiwilligen Konvoifahrten hat es auf jeden Fall Spaß gemacht. Außerdem konnten wir Erfahrungen austauschen und haben viele gute Leute kennen gelernt, die wir sicher irgendwann irgendwo wieder treffen werden.
Das Land der Pagoden und ganz besonders seine Einwohner haben uns begeistert. Es bleibt wirklich zu hoffen, dass sich ihre Lebensbedingungen durch fortschreitende Demokratisierung in Zukunft verbessern. 
Über eine Brücke sind wir eingereist und jetzt reisen wir über eine andere Brücke aus, auf der wir wieder in den Linksverkehr übergehen. An der thailändischen Grenzstation in Mae Sot verabschieden wir uns von Gisela und Michael, die den Zoll-Papierkram schon hinter sich haben und begeben uns ins Gewühl. Den Einreisestempel im Pass bekommen wir ziemlich zügig aber die Einfuhr des Cruisers bedarf ausgiebiger Schreibarbeit. Ein etwa fünfseitiges Formular in dreifacher Ausführung ist erforderlich. Max gibt entnervt nach der ersten Seite auf und ich vollende das Werk auf dem Bürgersteig mitten im Ein- und Ausreiseverkehr. Dann müssen überall noch Stempel drauf und wir dürfen mit unserem Papierstapel zum Zollschalter. Nach kurzer Verhandlung mit der korrekten Beamtin bekommen wir den Carnetstempel und eine einjährige Aufenthaltsgenehmigung für unser Auto. Geschafft! 


Spätnachmittags legen wir die ersten Meter auf Thailands Strassen zurück. Durchgehend asphaltierte zweispurige Fahrbahnen, schneller Verkehr, Ampelanlagen, mehrstöckige solide Gebäude, Supermärkte und nagelneue Autos geben uns das Gefühl wieder in die moderne Welt zurückgekehrt zu sein. Verrückt ist das. Den Abend verbringen wir zu zweit mit einem riesigen schmackhaften Thai-Buffet und Singha-Bier in Mae Sot. Jetzt kann der Urlaub losgehen.



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