15. April 2014

INDIEN - Der lange Weg von Nord nach Süd

Khajuraho - Sanchi - Mandu - Ellora - Harithareshwan - Ratnagiri - Arambol - Ashwem - Hampi - Gokarna - Nordkerala

Indien hat natürlich auch schöne Seiten die zum Bestaunen und zum Teil auch zum Verweilen einladen. Wir waren stetig auf der Suche nach diesen und haben sie auch entdeckt!!! 


Ausgangspunkt der Rundreise und der Suche ist Varanasi. Von hier versuchen wir zusammen mit Helen und Jens unser unendlich weit entfernt erscheinendes gemeinsames Hauptziel Goa zu erreichen.
Diese Aufgabe lässt sich erfreulicher und unerwarteter Weise leichter lösen als gedacht, denn das Land offeriert uns die nächsten acht Tage alle zwei bis vierhundert Kilometer Kulturstätten unglaublichen Ausmaßes.
Erster Sightseeing Hotspot, der hauptsächlich von indischen Touristen besucht wird, ist die science-fictionartig anmutende, vom Sohn des Mondgottes Chandra etablierte, erotische Tempelanlage in Khajuraho. Wir sind begeistert von der fantastischen Steinmetzkunst die sich uns im Sonnenuntergang offenbart. Die Tempel glühen förmlich, bunt gekleidete dicke Damen schleppen sich die Stufen zu den Eingängen hinauf und und rutschen anschließend auf dem Hintern wieder runter. Dazwischen bestaunen ganz in weiß gekleidete Herren die pornographischen Figurenkomplexe und diskutieren leise angeregt dabei. Die Atmosphäre der gesamten Anlage ist äußerst angenehm und wir genießen die Ausblicke, die Stimmung und nicht zuletzt ein bißchen Privatsphäre  auf einer Parkbank. Unsere indischen Kontakte beschränken sich tatsächlich nur auf einen Restaurator, der vom Gerüst aus die übliche Konversation betreibt und mich abschließend fragt ob Max mein Sohn sei. Hm? Offenbar haben mich die letzten paar Tage Indien ganz schön altern lassen.









Am 11. Dezember gehts weiter Richtung Meer und wir fahren trotz widriger Straßenverhältnisse und Kuhslalom das erste Mal über 300 Kilometer an einem Tag! Kurz bevor wir unser Ziel Sanchi erreichen beglückt uns ein herrlicher Sonnenuntergang auf dem nahezu fahrzeugfreien National Highway und anschließend, wie das hier so üblich ist, ein ausgewachsener Kleinstadtstau. Unser Übernachtungsplatz liegt direkt an einer viel befahrenen Bahnlinie. Nach einem langen Tag stören uns die abartig lauten Fanfaren der regelmäßig ein- und ausfahrenden Züge in keinster Weise und wir schlafen wie immer hervorragend. An eine wie auch immer geartete nächtliche Geräuschkulisse sind wir mittlerweile sehr gut adaptiert. Gut ausgeruht besichtigen wir für unsere Verhältnisse früh morgens Sanchis buddhistische Stupaanlage. Die heiligen Bauten stammen zum Teil aus dem 3. Jhd. v. Chr. und versprühen einen äußerst harmonischen Charme. Nach unserem ausgedehnten friedlichen Rundgang fallen Busladungen von indischen fotowütigen Touristen ein und die entspannte Stimmung findet ein jähes Ende. So suchen wir schnell das Weite um uns dem afghanischen Kulturgut in Mandu zu widmen. 






Auf dem Weg werden wir urplötzlich mit fantastischen Straßenverhältnissen konfrontiert und können es kaum glauben: 5ter Gang und 100 km/h!! Und das alles über mehr als 10 Kilometer! Geht doch National Highways Authority of India!
Rasant nähern wir uns der Industriestadt Indore und sind schockiert vom wahrscheinlich landesweit um sich greifenden Bauwahnsinn der Inder. Hässliche Betonhochhauskomplexe säumen die Umgehungsstraße. Die Bauten stehen zusammengepfercht, dazwischen befinden sich freie abgeholzte Flächen und skurrile Werbeschilder sollen zum Kauf anregen. Wer möchte nicht in einer Retortenstadt namens "Goldville", "Lake View Valley" oder "Paradise City" seine Zukunft fristen? Zum Glück wird es dunkel und wir müssen dieses erschreckende Bild unmenschlicher Urbanisierung nicht länger ertragen. Trotz fünftem Gang und Lichtgeschwindigkeit, so hat es sich auf jeden Fall angefühlt, übernachten wir nicht in Mandu sondern hinter einem, wie immer ausschließlich von Männern besuchten, Dhaba (indisches Straßenrestaurant). Unser lauschiges Plätzchen befindet sich zwischen dem augenscheinlich viel besuchten Toilettenhaus, dem Müllfeuerplatz und natürlich dem Abfall. Bevor wir kulturell begeistert und von der Moderne enttäuscht zu Bett gehen werden wir im Restaurant zuvorkommend und sehr freundlich bewirtet und genießen ein gutes indisches Abendessen. 


Morgens trennen uns nur rund 50 Kilometer von Mandu, einer sehr kleinen Stadt mit großer Geschichte, strategisch günstig auf einem Hochplateau gelegen. Es ist schön, dass wir den Weg nicht noch Nachts zurückgelegt haben, denn die Landschaft und die unzähligen Ruinen entlang des kurvenreichen Sträßchens sind definitiv sehenswert. Nach einem kurzen aber sehr eindrucksvollen Zwischenstopp am Beginn eines, von steilen bewachsenen Felswänden eingerahmten, Tales passieren wir einige alte Stadttore und erreichen die Ortschaft. 




Der erste Eindruck ist abstoßend und seltsam. Nach einer Rundfahrt und einigen Stunden Aufenthalt fühlen wir uns aber ganz wohl und kommen auf dem Parkplatz eines staatlich geführten Hotels unter. Zu besichtigen gibt es viel in Mandu. Über mehrere Quadratkilometer stehen historische Paläste, Mausoleen, Moscheen und eine Karawanserei. Wenn man sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort aufhält kommt man auch ohne Gruppenfoto und ohne eine langweilige Unterhaltung mit einem einsamen Prestigeinder davon. Max hat es geschafft, ich nicht. 







Um auch einen Einblick in die Lebens- und Wohnverhältnisse der heutigen Einwohner zu erhalten folge ich gerne der Einladung einer sehr netten Familie. Nach einer Hausführung (1 Stockwerk, Lehmboden und -Wände, 1 Küche für 3 Familien mit Ziegen und 3 offenen Feuerstellen und viel Rauch, 1 Wohn-, Schlafraum mit schreinartig aufgebautem Computer) gibt es noch im wahrsten Sinne auf der Straße zubereitete, in zerlassenem Fett zermatschte, Brotbällchen. Zubereitungsort und Art sind sehr bedenklich, der Geschmack aber einwandfrei! 
So, alles gesehen, weiter gehts!
Am 15. Dezember jagen wir förmlich dem nächsten Weltkulturerbe entgegen. Es geht ziemlich direkt nach Süden zum gigantischen Höhlentempelkomplex von Ellora. Vermutlich eine der populärsten Touristenattraktionen des Landes. Am Eingang befindet sich tatsächlich ein Schild des indischen Tourismusverbandes mit der nun frei übersetzten Bitte an die indischen Landsleute: 
Lasst doch bitte die ausländischen Touristen in Ruhe und fotografiert sie nicht die ganze Zeit! 
Das kann ja heiter werden. In jahrhunderte langer Grob- und Feinarbeit wurden hier 32 hinduistische, buddhistische und jainistische Höhlentempel in eine zwei Kilometer lange Basalt-Felswand gehauen.  Wie verrückt besichtigen wir eine Höhle nach der anderen. Nach etwa vier Stunden haben wir genug vom Trubel und von Höhlen, glatt gestreichelten Hindustatuen, Buddha, indischen Touristen und Souvenirverkäufern. Vielleicht haben wir es ein bißchen übertrieben und sind jetzt übertempelt aber wir wollen alle vier nur noch ans Meer. So verlassen wir Ellora am frühen Nachmittag denn ein langer Weg liegt vor uns.













Nach einer kurzen nächtlichen Rast auf einem Restaurantparkplatz am Highway wird die weitere Etappe deutlich erschwert durch zwei von uns wesentlich unterschätzte Hindernisse. Das Erste offenbart sich in Form der tristen, indischen Millionenstadt Pune ohne vernünftige Umgehungsstraße. Das Zweite ist natürlichen Ursprungs und eigentlich sehr schön, denn wir überqueren die von Norden nach Süden verlaufenden Western Ghats, eine Gebirgskette nahe der Küste. 80 Kilometer vor dem Meer verwandelt sich die Straße dann in einen Feldweg. Auf gewundenen holprigen Pfaden schaukeln wir durch den Wald und v.a. der Cruiser meistert die Gebirgsausläufer hervorragend. Der prächtige Sonnenuntergang und ein mindestens so prächtiger Vollmondaufgang machen die Tortur erträglich. 







Etwa 30 Stunden nach unserem Aufbruch in Ellora stehen wir im Dunkeln in Harithareshwan an der Arabischen See. Strand gibt es keinen, nur eine Mauer, zerfallene Betonbänke, viel Müll und einen Dorfirren der uns immer wieder mit seiner Anwesenheit beglückt. Die erste Nacht am Meer haben wir uns etwas anders vorgestellt aber nach diesem Tag ist sowieso nur noch schlafen angesagt. 
Morgens werden wir von Stimmengewirr geweckt und finden uns inmitten dutzender indischer Schulklassen wieder. Offenbar ist der hässliche Ort hier ein beliebtes Ausflugsziel. In Etappen belagern uns mindestens 200 Kinder und Jugendliche. Die begleitenden Lehrer bemerken unseren Missmut und versuchen ihre Schützlinge fern zuhalten, aber vergebens. Für uns ist es offensichtlich Zeit zu gehen und echten Strand mit Sand zu suchen. Die Suche beinhaltet mehr Geeier durch schöne Natur, eine indische Autofährfahrt und am Ende werden wir 160 Kilometer südlich in Ratnagiri fündig! 



Jetzt ist unser Ziel greifbar nah. Wir verlassen den Bundesstaat Maharashtra auf einem perfekten Highway und finden uns in Goa auf einer schmalen Straße inmitten von Palmenhainen und Gewässern wieder. So kann man es dann auch in Indien gut aushalten. 



Im Vergleich zu den bisherigen hinduistisch und muslimisch geprägten Landstrichen wirkt Goa mit all seinen christlichen Gotteshäusern und nicht zuletzt den vielen Touristen etwas vertrauter. Wir steuern Arambol an und finden dank Helens Streifzügen am Strand einen perfekten Parkplatz vor einem Guest House der für die nächsten zwei Wochen unser zuhause sein wird.
Jetzt ist Strandurlaub angesagt! Wir können auf unserem Parkplatz nahezu ungestört campen und obendrein müssen wir nur 50 Rupees (< 1 Euro) für 14 Tage bezahlen! Insgesamt ist Goa glücklicherweise viel viel billiger als wir dachten und so lassen wir es uns gut gehen. Tag für Tag schwimmen wir in der arabischen See, essen, trinken, beobachten Kühe und Schweine am Strand, genießen die prächtigen Sonnenuntergänge und wundern uns weiterhin über die Inder und über den etwas seltsamen Yoga-Tourismus. Wie es der Zufall will treffen wir auf einem unserer Strandausflüge Andre & Sally aus Nepal wieder und praktizieren das oben Genannte in erweiterter Konstellation. Das erste Mal können wir in Indien tatsächlich entspannen und das ist auch dringend notwendig. 










Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür und wir sind gespannt was uns da erwartet. Der Strand füllt sich langsam aber stetig mit ausländischen und einheimischen Urlaubern. Sonst passiert bis zum 24. Dezember nichts besonderes. Dann packen die Strandbudenbetreiber ihre Dekorationen aus und plötzlich hängen überall riesige bunte Sterne und Girlanden herum. Das Ganze erinnert eher an Karneval als an ein besinnliches Weihnachtsfest. Aus den Restaurant- und Barlautsprechern tönen gleichzeitig unterschiedlichste schepprige laute Weihnachtslieder, die Inderkinder tragen blinkende Nikolausmützen und begrüßen jeden mit "Merry christmas!" Vor den Häusern der christlichen Einheimischen können wir äußerst prächtige und absonderliche Weihnachtskrippen-Exemplare bestaunen. 



Die Mischung aus indischem Wahnsinn und westlicher Besinnlichkeit lässt alles ziemlich lächerlich erscheinen und wir sind bei sommerlichen Witterungsbedingungen unter Palmen sowieso nicht in Weihnachtsstimmung. 
Bis Silvester fallen mehr und mehr indische Familien ein. Die Männer kommen täglich   in schlapprigen Unterhosen und mit Tüten voller Schnaps und Bier in großen Gruppen an den Strand. Dann dümpeln sie in der Nähe weißhäutiger bikinitragender Touristinnen im Meer herum, betrinken sich und schiessen Fotos von Ausländern im Badeurlaub. Die Frauen und Kinder hocken auf dem Parkplatz neben den Autos im Schatten und warten bis die notgeilen Männer mit ihren Schnappschüssen zurückkehren. Wir sind entsetzt und angewidert und versuchen erfolglos eine vernünftige Erklärung für dieses abstoßende Verhalten zu finden. Am 31. Dezember erreicht die Absurdität ihren Höhepunkt. Um 0.00 Uhr, zu Neujahr, ist der Strand voller Menschen. Mindestens 1/3 davon sind indische Männer mit dem großen Bedürfnis allen Ausländerinnen mit vollem Körperkontakt ein frohes neues Jahr zu wünschen. Wir flüchten auf eine Party die wir nach etwa einer Stunde aufgrund der grabschenden Inderinvasion schnell wieder verlassen. 
So wird in Goa also Weihnachten und Silvester gefeiert. Beide Veranstaltungen treffen nicht ganz unseren Geschmack aber wir sind wieder um einige indische Erfahrungen reicher und das zählt ja hoffentlich am Ende mehr.

Bevor wir uns auf den Weg ins Landesinnere machen ziehen wir noch für zwei Tage um nach Ashwem und errichten unser Lager direkt am Strand mit brillianter Aussicht. 


Nun reisen wir, noch immer begleitet von Jens und Helen, in Indiens Bundesstaat Karnataka. Dessen Werbeslogan „One state, many worlds“ ist sehr weise gewählt und es gefällt uns hier sehr gut. Hauptsächlich bewegen wir uns auf furchterregenden Straßen durch schöne, saubere Natur. Nachdem wir den hügeligen Anteil des Staates verlassen säumen Zuckerrohr-, Baumwoll- und Chillifelder den Weg. Die Bevölkerungsdichte ist spürbar geringer als in weiten Teilen des Landes und das erhöht den Wohlfühlfaktor erheblich. Außerdem ist es schön zu sehen, dass es in Indien auch Menschen gibt, die sich um ihr Hab und Gut kümmern und nicht den Eindruck erwecken, dass ihnen einfach alles und jeder völlig egal ist. 
Hampi, erneut ein UNESCO-Weltkulturerbe, ist weiter entfernt als wir dachten und so wird es wieder einmal dunkel bevor wir die alte Vijayanagar-Hindu-Königreich-Hauptstadt erreichen. Wir sind etwas verwirrt, denn das gesamte Ruinengelände ist von Bauzäunen eingefasst, überall sind verrückte indische Lichterkettenkonstrukte aufgehängt und tausende Plastikstühle stehen gestapelt auf großen freien Flächen herum. Wir folgen der Hauptstraße und landen am Ende eines riesigen Parkplatzes vor den Toren des Besichtigungsgeländes. Da wir lediglich zwei Nächte bleiben wollen tut es der Platz und schön ruhig ist es auch. Dachten wir jedenfalls. Morgens gegen 5.30 Uhr werden wir erneut mit indischen Schulkindern konfrontiert. Etwa 30 bis 40 von ihnen, alle mit einer wassergefüllten Plastikflasche bewaffnet, beschließen unsere Fahrzeuge als Sichtschutz zu verwenden und kacken uns tatsächlich ohne wesentlichen Sicherheitsabstand direkt ums Auto herum. Nach verrichtetem Geschäft zerknüllt jedes Kind die Plastikflasche und wirft sie neben die, zum Teil doch sehr beachtlichen, Haufen. Alles klar, Indien und vielen Dank auch! Der Gestank ist nach einigen Sonnenstrahlen unerträglich und wir flüchten mit gemieteten Mofas zu den Sehenswürdigkeiten in der Nachbarschaft. Es ist heiß, aber Mofa fahren macht Spaß und die weit verstreuten alten Tempel vor einer hervorragenden Kulisse beeindrucken uns sehr.













Außerdem wissen wir jetzt, dass die Bauzäune, Lichterketten, Plastikstühle und Bühnen für ein riesiges indisches Kulturfestival gedacht sind, welches die nächsten Tage hier stattfinden soll. Es werden über 200.000 Besucher erwartet. Jetzt sind wir nicht mehr verwirrt sondern eher verängstigt. 
Auf unserem Streifzug lernen wir Pastor Christopher kennen, der uns einen netten Parkplatz im Vorgarten seines christlich-jüdischen Cafes anbietet. Nach dem Scheißplatz heute morgen nehmen wir dieses Angebot dankend an auch wenn wir dafür ungefähr 60 Kilometer mit dem Auto fahren müssen, da der Fluß der Hampi von Hampi-Village trennt keine Brücke hat. Der kleine Ort ist sehr gemütlich und offensichtlich für indienmüde Touristen errichtet und daher perfekt für unsere Zwecke geeignet. Auch der allmorgendliche Christ-Pop aus Christophers Cafe amüsiert uns mehr als das er stört. Da der Mofatag noch nicht heiß genug war und die Mofavermieter Halunken sind, mieten wir uns Fahrräder und tempeln weiter.











Vor einer kleinen Zweirad-Fähre treffen wir zufällig die Supertruppe aus dem Allgäu wieder, die wir zum Teil schon in Goa kennen gelernt haben. Und obwohl uns unsere stetigen Begleiter Jens und Helen verlassen um die Verwandtschaft zu treffen wird aus unseren geplanten zwei Hampi-Tagen eben eine entspannte und witzige Hampi-Woche!



Am 13. Januar nehmen wir notgedrungen Abschied vom behüteten Dasein und widmen uns wieder dem echten Leben. Wir folgen vielen guten Empfehlungen nach Gokarna. Der hinduistische Pilgerort liegt am Meer und hat außer Pilgern zum Glück noch einige sehr schöne Strände zu bieten die wir nach unserer ersten Nacht auf einem Parkplatz in der Natur zu Fuß erkunden. 





Die zugewachsenen Hügel zwischen den Stränden sind auch die einzigen Orte an denen man sich hier als westlicher Tourist einigermaßen frei und unbeobachtet bewegen kann. Ein Schmuckverkäufer am Strand erklärt uns, dass wir zur falschen Zeit am falschen Ort sind, denn es ist Ferienzeit und alle Inder drängen an den Strand. Da sind sie wieder, die Massen an betrunkenen notgeilen Unterhosenträgern! Morgens reisen sie alle an und abends verlassen sie den Strand wieder einigermaßen anständig gekleidet. 

Stau zum Strand



Nach zwei Tagen wird uns das alles zu bunt und wir suchen das Weite in Richtung Kerala, einem weiteren Bundesstaat  von dem wir bisher nur Gutes gehört haben.
Im Atlas ist eine vielversprechende Küstenstraße nach Süden eingezeichnet, die sich aber schnell als Katastrophe entpuppt. Es ist heiß und feucht, der Verkehr ist wahnsinnig, es existiert beiderseits des Highways kein freies Fleckchen Land und so kämpfen wir uns auf der Suche nach einem Schlafplatz voran. Nach 10 Stunden dürfen wir den Cruiser endlich auf dem Parkplatz des Hotel Landmark etwas abseits des Highway parken. Die Bar in der Nachbarschaft hat gerade geschlossen und es treiben sich äußerst seltsame Gestalten auf dem Platz herum. Der hilfsbereite Nachtportier hält aber alle von uns fern und wir verkriechen uns so schnell wie möglich im Auto. Am nächsten Morgen werden wir um kurz vor acht gebeten doch den Weg zur Trinkhalle wieder frei zu geben, denn dieselben Gestalten warten schon ungeduldig bis sich der Rolladen zur Theke öffnet. Enttäuscht von Keralas Norden biegen wir nach links ab um endlich den Höllen-Highway zu verlassen. Und wir werden belohnt mit freien Strassen und Natur.