4. September 2013

Tag 30 + 31 - Gorge Club

02.09. - 03.09.2013

Saklikent - Olympos

Am Abend des Vortages sind wir im Gorge Club bei Sait (Berliner türkischer Herkunft) am Ausgang der Saklikent-Schlucht und am Fuße des lykischen Taurusgebirges eingecheckt. Ein sehr guter Platz mit Baumhäusern und Chill-Inseln im Fluß. Um uns mal wieder sportlich zu betätigen haben wir gleich die 3-Stunden Raftingtour gebucht.
Also 02.09., 8.30 Uhr Wecker!? Aber alles nicht so schlimm. Nach dem Frühstück gehts mit großem Sitzschwimmring und Paddel bewaffnet in den Fluß. Begleitet werden wir von Ulas unserem professional guide der bis vier Uhr morgens rakitrinkend auf der Hochzeit seines Schwagers war. Die anfängliche Raftingangst erwies sich sehr schnell als unbegründet. Man könnte das Ganze eher gemütliches Flußruntertreibenlassen nennen. Der Zwischenstopp im Schlammbad hat uns noch den ganzen weiteren Tag beschäftigt. Nach lässigem Rücktransport im Spezialbus machen wir, außer Bloggen, nicht mehr viel.





























Die Aktivität für Tag 31 ist Folgende: Wandern in der Saklikentschlucht.
Nur ca. 1 Gehminute entfernt liegt der Eingang zur Schlucht. Wir bezahlen und befinden uns unmittelbar später mit vielen anderen Touristen auf einem Holzsteg über dem uns bekannten Fluß. Entlang eines gespannten Seiles oder frei überqueren wir die erste Dödelhürde durch die Strömung. Immer tiefer wandern wir hinein in den abartigen Canyon. An der zweiten Dödelhürde, einem Wasserloch mit ca. 130 cm Tiefe und rutschigem Fels scheitern wir nicht. So langsam wirds einsamer und dunkler. Aber das schreckt uns keinesfalls. Weiter rein! Die dritte Hürde beeinhaltet wieder ein Wasserloch, jetzt etwas tiefer, mit anschließendem Aufstieg, der ohne Hilfe fast nicht zu bewältigen ist. Aber auch das hat geklappt. An der vierten Hürde scheitern wir dann. Hier hängt über einer kleinen Pfütze ein, nicht sehr vertrauenserweckendes, Seil ungefähr 4 Meter von oben herab. Rechts ein schmaler Wasserfall, in der Mitte des Weges ein fetter, nicht besteigbarer Felsbrocken. Gemäß unseres Mottos "Vernunft und Treue" kehren wir jetzt um. Wir sind auch schon zwei Stunden unterwegs und wollen ja auch noch ans Mittelmeer. 





























Sagenhafte Schlucht!!!!
So zampacken und noch schnell vom Sait verabschieden. 



















Jetzt gen Süden. Über Patara, Heimat der unechten Karettschildkröte (Meeresschildkröte), fahren wir, mal wieder wunderschön im Sonnenuntergang an der Mittelmeersteilküste lang und habens nicht eilig bis nach Olympos.



















Tag 29 - Pamukkale und Hierapolis

01.09.2013

Pamukkale - Saklikent


Das Schlimmste befürchtend, jedenfalls in preislicher Hinsicht, fahren wir morgens zum ca. 3 km entfernten Nordeingang des UNESCO-Weltkulturerbes Pamukkale/Hierapolis. 
Erste Erleichterung: der Parkplatz ist nahezu leer!
Zweite Erleichterung: moderate Eintrittspreise fürs Weltkulturerbe!
Was uns jetzt erwartet haben wir nicht für möglich gehalten. Eine uralte Pflasterstraße führt uns durch die riesige antike Ruinenstadt Hierapolis in der man sich völig frei bewegen darf. So kraxeln wir zwischen hunderten Sarkophagen und Tempeln herum. Die eigentliche Stadt mit Tor, Theater, Basilika, Wohnhäusern und Latrine beginnt erst ein gutes Stück später.  Nach zwei Kilometern antiker Stimmung in schöner Natur kommen uns immer mehr plunzige, keuchende Touristen in Badekleidung entgegen - wir müssen uns wohl langsam in der Nähe der berühmten Kalkterrassen befinden. Ein paar hundert Meter weiter haben wir sie erreicht. Jetzt Schuhe aus und rein ins Gewühl. Die meisten Leute benutzen offenbar den Südeingang und wandern wie die Lemminge die Terrassen hoch. In den künstlich angelegten oberen Becken wird dann fürs Foto posiert und kurz gebadet. Den Max amüsierts und mich nervts ein bißchen. Aber eindrucksvoll ist das Naturwunder schon sehr. Unseren Rückweg säumen hübsch angelegte Blumenbeete und ab und zu ein Shuttelbus für die wenigen kulturinterressierten Badetouristen. 








































Der Ausflug hat sich gelohnt. Aber wir haben Termine und fahren nachmittags weiter. Nach Antike und Kalkterrasse lockt uns die im Reiseführer angepriesene Saklikentschlucht nahe der lykischen Mittelmeerküste.
Ab auf den nächsten Süper-Highway! Wieder erwartet uns eine perfekte Landschaft. Hungrig sind wir irgendwann natürlich. Rechts taucht ein Piknik-Alani auf, eine in der Türkei überall auffindbare parkähnliche Einrichtung mit Bestuhlung zur freien Benutzung und natürlich zum Picknicken. Die Einfahrt haben wir verpasst. Vielleicht führt aber der kleine eingewachsene Feldweg dahin zurück. Juhu, mal wieder ins Gelände! Zunächst geht alles ganz gut. Dann wird der Weg schmaler, die Piniennadeln kommen zu Hauf ins Auto und wir Rumpeln dahin. Der Weg führt auf ein abgeerntetes Feld. Kein Piknik-Alani in Sicht, nur spitze Steine. Aufgrund meiner letzten Erfahrung (siehe Karpaten Stufe III) bin ich doch recht skeptisch wie es da weiter gehen soll. Ich kann den vom Offroad-Fieber gepackten Max überreden umzukehren bevor uns der Feldeigentümer erwischt. Alanis gibts ja überall. Wir stärken uns ein paar Kilometer weiter am Straßenrand. Auch schön. Der Rest des Weges ist der bisher Schönste auf der ganzen Reise! Nach einem kurzen Schildkrötenausweichmanöver geht es ungefähr dreißig Kilometer nur bergab. Vor uns fährt der coolste Typ mit der coolsten Karre der Welt, mit Mais oder ähnlichem Gestrüpp beladen. Im Radio läuft Creedance Clearwater Revival. So cruisen wir ganz geschmeidig dem Sonnenuntergang entgegen.
























Tag 28 - Westanatolisches Binnenland

31.08.2013

Iznik - Develi

Absolut ausgeschlafen machen wir uns auf den Weg durchs westanatolische Binnenland.
Im nächsten größeren Ort trinken wir am Busbahnhof den ersten echten türkischen Mokka. Das wird auch sicher nicht der letzte sein. Die Landschaft präsentiert sich in Höchstform. Wir passieren die Porzellanhochburg Kütahya und die Sucuk-, Schlafmohnhochburg (!: staatlich kontrolliert) Afyon. Immer wieder wurden wir freudig behupt und bewunken. Unser Ziel ist die Touristenhochburg Pamukkale. Kaum angekommen rennt schon der erste Schlepper auf uns zu. Wir weichen ihm geschickt aus und fahren schnell wieder aus der Ortschaft heraus. Zur kurzen Orientierung bleiben wir am Ortsausgang stehen. Keine 10 Sekunden später bietet uns ein schnösliger weiterer Schlepper einen Campingplatz für 50 TL an: das ist ganz schön fieser Wucher hier! Er versucht uns zu locken mit den Worten: "Many German people here!" Max antwortet nur: "We have enough German people at home!" Wir testen also lieber mal die nächste Ortschaft Develi. Hier finden wir einen Campingplatz für "nur" 30 TL, immerhin. Das vermeintliche Schnäppchen entwickelt sich nach dem dringend notwendigen Abendessen leider doch zum Wucher. Für eine Suppe, bißchen Kebab, Salat und Getränke verlangt der eigentlich sehr nette Mann plötzlich 80 TL: das ist der allerfieseste Wucher überhaupt! 
Kein guter Platz dieses Pamukkale!!